Finanzierung der Munitionsbergungsplattform ist für mehrere Jahre gesichert

Umweltminister Goldschmidt zu Gast im Regionalmuseum

Bei bestem Wetter und in lockerer Atmosphäre diskutierte Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt am vergangenen Mittwoch, 12. August, im Hof des Regionalmuseums mit Experten und rund 50 Gästen über die Notwendigkeit, die Ostsee von Altmunition aus dem Zweiten Weltkrieg zu befreien. Dabei wurde deutlich, wie kompliziert im Detail die Anforderungen an eine Bergung sind. Mal liegen Granaten, Torpedos und Bomben auf einem Haufen, mal liegen sie verstreut oder sind im Schlick eingesackt. Moderne Technologien spielen bei der Aufspürung und Bewertung der nach dem Zweiten Weltkrieg massenweise in Nord- und Ostsee verklappten Waffen eine zentrale Rolle.

Umweltminister Tobias Goldschmidt begrüßt die Gäste im Regionalmuseum

Die Pilotbergungen in der Lübecker Bucht in den Jahren 2024 und 2025 haben wichtige Erkenntnisse gebracht, jetzt warten alle auf die Auftragsvergabe für eine Bergungs- und Verbrennungsplattform, die vor Ort die gefährlichen Altlasten vernichten soll. Voraussichtlich im September wird das Bundesumweltministerium den Auftrag zum Bau so einer Plattform erteilen, eingesetzt werden könnte sie dann ab 2028 – vermutlich zuerst in der Lübecker Bucht. Und, diese Nachricht ist noch nicht alt, die Finanzierung ihres Betriebs ist zumindest für die kommenden sechs Jahre gesichert. 300 Millionen Euro hat jetzt dafür zur Verfügung gestellt, 50 Millionen pro Jahr.

Dennoch, da waren sich alle einig, wird es noch Jahrzehnte dauern, bis die insgesamt 300.000 Tonnen Munitionsaltlasten in der Ostsee beseitigt sein könnten – und zu 100 Prozent werde das sowieso nicht gelingen.

Die Reihe der Munitionsexperten (v.li): Oliver Kinast, Leiter des Kampfmittelräumdienstes Schleswig-Holstein; Prof. Edmund Maser, Direktor des Instituts für Toxikologie und Pharmakologie für Naturwissenschaftler am Universitätsklinikum in Kiel (halb verdeckt); Prof. Jens Greinert, GEOMAR – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, dort Leiter der Abteilung Deep Sea Monitoring; Uwe Wichert, ehemaliger Marineoffizier, Fachmann für das Aufspüren von versenkten Kriegsaltlasten; Umweltminister Tobias Goldschmidt; Moderatorin Alina Dallmann, Referentin „Munition im Meer“ im Umweltministerium.